2016

2016 stand im ersten Halbjahr ganz im Zeichen von "Luther macht Schule".

Das Musical, das 2017 als großes Schülermusicalprojekt mit über 2800 Schülerinnen und Schülern aufgeführt werden soll, wurde von Birgit 2016 geschrieben und von uns "getestet", sprich geprobt und uraufgeführt. Das heißt, dass eigentlich alle Gruppen von Februar bis Mai neben Gottesdiensten mit dem Luthermusical beschäftigt waren.

 

Im April drehten wir mit ein paar Chorkindern vorm greenscreen kurze Videosequenzen für die Klugscheisser-App, die im Musical vorkommt und David, der Neffe von Birgit hinterlegte die Videos dann mit passenden Hintergründen, so dass hinterher alles professionell aussah.

 

Anfang Mai fuhr die Kinderkantorei ganz im Zeichen der Aufführungen auf Probenfreizeit nach Wittenberg, um sich viele Stationen aus Luthers Leben in echt anzugucken und einfach mal dort langgegangen zu sein, wo Luther und seine Freunde schon spazierten.

 

Wir probten wie die wilden und besuchten die Schlosskirche, wo wir vorm Baustellenzaun vor der Thesentür sangen, die Stadtkirche (Ein feste Burg ist unser Gott im Mittelgang singend) und das Lutherhaus.

Außerdem übten wir, betrunken zu sprechen, den Gewitter-Rap mit Body-Percussion zu rappen und bei "Frei sein" wild durch die Gegend zu tanzen. Weil man die Jugendherberge nur mit Verpflegung buchen konnte, konnte Stephie nicht für uns kochen. Das war sehr schade (und viel weniger lecker!). Stattdessen sass sie den ganzen Tag im Zimmer neben dem Probenraum und nähte Kostüme, die wir zwischendurch anprobierten. Das war ein bißchen wie in einer Wichtelwerkstatt und am Ende der Woche war schon Einiges fertig.

 

Im Mai war es dann so weit: "Luther macht Schule" hatte Premiere! 

 

Sogar der Kaiser war erschienen und vor zweimal restlos ausverkauftem Haus spielten und sangen die Singschulkinder die Zuschauer ins ausgehende Mittelalter und ließen Martin Luther und seine Zeitgenossen lebendig werden.

 

In der durch Eltern abgedunkelten Liebfrauenkirche kam natürlich besonders das beinahe naturnahe Gewitter super zu Geltung, aber auch alle anderen Licht- und sonstigen technischen Effekte, die sich Mark und David ausgedacht hatten und die Kulissen, die zum Teil extra neu entstanden waren, trugen zu einem großartigen Gesamterlebnis bei.

 

Es hat allen großen Spaß gemacht und wir freuen uns, das Musical 2017 noch ein paarmal spielen zu können!

 

Im zweiten Halbjahr fuhr die neu formierte Jugendkantorei auf Freizeit nach Friedrichstadt, wo Birgit früher mal gearbeitet hat, und übernachtete bei Conny und Reinhard Liegmann auf dem Mildterhof. Allein schon die Heuburg war ein absolutes Highlight, ganz zu schweigen von den tollen Hängematten, Schaukeln und der Feuerstelle.

Wir badeten täglich in der Treene oder ließen die Beine drin baumeln, machten eine Bootsfahrt durch die Grachten und eine Ralley durch die Stadt.

Geprobt haben wir im Gemeindehaus der Christopheruskirche und haben nicht nur fürs Adventskonzert, sondern auch Improvisieren geübt, viel getanzt und Musiktheorie und Intervalle angeben gelernt. Inspiriert durch Giovanni, das blau-weiße, cowboytuerische, vegetarische, wilde Gummibärchen, das sich Jana und Amy in ihre Gute-Nacht-Geschichte wünschten, entstand an einem Abend der Kanon "Ich hab gute Laune", bei dem alle ziemlich ausflippten ;-) Birgit und David wurden den italienischen Akzent wochenlange nicht wieder los und es wird ausdrücklich davor gewarnt, die Worte "Ich habe Pferd, ich kann reiten auf die Pferd" vor einem Mitglied der Jugendkantorei zu benutzen, wenn man danach nicht den ganzen Tag von dieser Zeile vollgesungen werden möchte...

Am Sonntag sangen wir im Gottesdienst, ernteten viel Applaus, auch für das - nicht der Saison entsprechende - vierstimmige "Kommet ihr Hirten" und fuhren dann singend zurück nach Neustadt (und hiermit muss ich mich nochmal ausdrücklich für das Erfinden des "Ich habe Pferd ich kann reiten..." bei Stephie entschuldigen... Schön, dass du das 4 Stunden ertragen und die Kinder in deinem Bus trotzdem sicher nach Hause gebracht hast ;-).

 

Zur Lüsche-Freizeit fuhren wir endlich mal wieder nach Lüsche und freuten uns sehr, das Forsthaus und die Bäume im Wald wieder zu sehen.

Das Wetter war toll und wir konnten bei der Ralley einen lustigen Nachmittag im Wald verbringen. Wir probten fürs Adventskonzert und Offene Singen und Lea und Rivka erzählten die längste Gute-Nacht-Geschichte der Welt, bis endlich auch die letzten Kinderchorkinder eingeschlafen waren und die Großen losgehen konnten, um nachts mit den Bäumen zu singen.

 

In den Herbstferien fuhren die drei ganz Großen auf Oberstreberfreizeit nach St-Peter-Ording. Wir sangen Carol of the bells, tanzten und sangen Y.M.C.A., besuchten die Dünentherme und gingen an den Strand. Außerdem drehte sich vieles auf dieser Freizeit seltsamerweise um Dinkelburg (Cara fragen ;-) und Sanddorncréme und ihre Wirkungen...Auf dem Rückweg gaben die drei Grazien eine perfekte Neue Musik-Improvisation mit dem Titel "Hansi" zum Besten, die Birgit nachhaltig beeindruckte.

Im November sangen die Streber auf dem Martinsgansessen der Kreishandwerkerschaft bei einem Vortrag von Superintendent Hagen Auszüge aus dem Luther-Musical und begeisterten im vollen Saal von Schloß Landestrost damit mal ein ganz anderes Publikum.

Zum Ende des Jahres wurde alles wieder "normal". Im Adventskonzert sangen wir Stücke von John Rutter, das Transeamus, unsere Advents- und Weihnachtslieder und gemeinsam mit dem Publikum das englische Weihnachtslied "The twelve days of christmas" in Kleingruppen mit Bewegungen. Nach anfänglichem Zögern war spätestens nach dem Einsatz von Markus Vater alle Vorsicht vergessen und die gesamte Kirche sang und gestikulierte um die Wette, so dass das Orchester restlos begeistert vorne saß und staunte. Das werden wir sicherlich mal wieder machen!

Beim Offenen Singen mit Weihnachtsmarkt waren auch die neuen Spatzenchorkinder dabei und wie immer staunten die Eltern der inzwischen schon größeren Kinder, was die Kleinen schon alles können und wie groß die eigenen schon sind ;-)

Die Adventsgottesdienste waren reich mit Singschulkindern bestückt und am 4. Advent sangen die Streber nicht nur das traditionelle Transeamus, sondern mit Brian als Männerstimme und Birgit als Flöte auch das Senora Dona Maria a capella.

Ganz schön viel erlebt haben wir 2016! Und da ich diesen Text mitten in 2017 schreibe kann ich sagen: auch da wird wieder viel los sein. Schaut mal vorbei!